Meine Geschichte

Fast aufgegeben: Was ein kaputter Zeh mich über Coaching gelehrt hat

Von Matthias Balling · Life Coach & Personal Trainer für Unternehmer:innen

Mein erster Surfversuch dauerte keine zehn Minuten. Dann traf mein großer Zeh den Fels – und mein Stolz gleich mit. Ich saß am Strand, der Fuß pochte, und in meinem Kopf lief der Satz, den jeder kennt, der je etwas Neues versucht hat: „Vielleicht ist das einfach nichts für mich."

Der Moment, in dem fast alle aussteigen

Und der Zeh blieb nicht die einzige Rechnung: Später erwischte mich die Finne einer anderen Surferin am Schienbein – vier Stiche, genäht, Zwangspause. Das Meer hat mir den Einstieg wirklich nicht leicht gemacht.

Aber genau dieser Satz – „vielleicht ist das nichts für mich" – ist der gefährlichste Moment jeder Veränderung. Nicht der Anfang – am Anfang trägt dich die Euphorie. Nicht die lange Strecke – wer die erreicht, hat schon Routinen. Es ist dieser Punkt ganz früh, an dem die Realität das erste Mal zurückschlägt: der kaputte Zeh, das genähte Schienbein, die verpasste Trainingswoche, die Waage, die sich nicht bewegt. Hier steigen die meisten aus.

Ich wäre auch ausgestiegen. Was mich gerettet hat, war keine Willensstärke – es war eine Entscheidung, die mir damals fast peinlich war: Ich habe mir Hilfe gesucht.

Der verrückte Coach

Ich fand jemanden, der kreativ und, ehrlich gesagt, verrückt genug war, mit mir Zeit zu verbringen. Der nicht den Standardplan abspulte, sondern sich ansah, wie ICH lerne, woran ICH hänge, was MICH motiviert. Der aus dem frustrierenden „nochmal von vorn" ein Spiel machte.

Und plötzlich funktionierte, was allein unmöglich schien. Nicht, weil ich mich verändert hätte – sondern weil endlich das System zu mir passte statt umgekehrt. Jahre später bin ich die Eisbachwelle jonglierend gesurft. Derselbe Mensch, derselbe Körper, dieselben Zweifel am Anfang. Der Unterschied war nie Talent. Der Unterschied war Begleitung.

Die meisten Menschen scheitern nicht an sich. Sie scheitern daran, dass sie mit einem System kämpfen, das nie für sie gebaut wurde – und den Kampf für einen Charaktertest halten.

Was das mit dir zu tun hat

Wenn du Unternehmer:in bist und deine Fitness-Anläufe gescheitert sind, kenne ich deine Diagnose vermutlich schon: „zu undiszipliniert". Und ich halte dagegen: Du führst ein Unternehmen. Du triffst täglich hunderte Entscheidungen, trägst Verantwortung für Menschen und hältst seit Jahren einen Druck aus, an dem andere zerbrechen würden. Disziplin ist nicht dein Problem.

Dein Problem ist, dass Fitnessstudio-Verträge, Apps und Standardpläne für Menschen mit Standardleben gebaut sind. Für Menschen mit planbaren Feierabenden. Du brauchst kein weiteres System, an das du dich anpassen musst – du brauchst eines, das sich an dich anpasst. Und jemanden, der dich über den Zeh-Moment trägt, wenn er kommt. Denn er kommt immer.

Drei Dinge, die ich aus dieser Geschichte in jede Betreuung mitnehme

1. Der Anfang wird bewusst klein gebaut. Die ersten zwei Wochen entscheiden über alles – deshalb sind sie bei mir so gestaltet, dass du gewinnen MUSST. Frühe Siege schlagen ehrgeizige Pläne.

2. Rückschläge sind eingeplant, nicht verboten. Krankheit, Stressphase, Geschäftsreise – der Plan kennt das Comeback-Protokoll, bevor du es brauchst. Wer weiß, wie Wiedereinstieg geht, hat vor Unterbrechungen keine Angst mehr.

3. Es muss zu dir passen, nicht zu einem Lehrbuch. Deine Woche, deine Vorlieben, dein Lerntyp. Mein Coach damals hat mir das geschenkt – ich gebe es weiter.

Stehst du gerade an deinem Zeh-Moment?

Dann lass uns reden, bevor du die falsche Schlussfolgerung ziehst. 45 Minuten, ehrlich, kostenlos – am Ende weißt du, woran es bei dir wirklich lag.

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